Heilig Abend - INNszenierung

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Heilig Abend

Informationen zum Stück

Drama von Daniel Kehlmann
Altersempfehlung: ab 12 Jahren



Aufführungen

Karolinen-Gymnasium Rosenheim
2. Februar 2019 um 19:30 Uhr
7. Februar 2019 um 19:30 Uhr
9. Februar 2019 um 19:30 Uhr

Theater am Markt Ost
28. Juni 2019 um 20:00 Uhr
29. Juni 2019 um 20:00 Uhr
30. Juni 2019 um 17:00 Uhr



Kreativ-Team

Regie
Sebastian Kießer

Dramaturgie
Katja Weingartner

Licht
Maximilian Huber



Besetzung

Thomas
Elias Andrich
Tobias Kirschner

Judith
Renee Maier
Katharina Deckenbach

Heilig Abend. 22:30 Uhr. Ein Verhörzimmer. Statt Weihnachten zu feiern, hat Thomas genau anderthalb Stunden Zeit, um von der Philosophieprofessorin Judith zu erfahren, ob sie gemeinsam mit ihrem Exmann Peter einen Anschlag geplant hat. Dazu ist ihm jedes Mittel recht. Denn wenn die Bombe existiert, muss er sie finden und rechtzeitig entschärfen lassen.
Während die Uhr tickt und die vermeintliche Explosion näher rückt, entbrennt ein Duell zwischen einer linksradikalen Systemkritikerin und ihrem peniblen und unberechenbaren Vernehmer, die jeweils rücksichtslos versuchen, ihr Ziel zu erreichen.


Nach der anfänglichen Überlegenheit Thomas’, gelingt es Judith, Druck auf ihn auszuüben. Bald verschwimmen die Grenzen zwischen Recht und Unrecht und es ist unmöglich, zu erkennen, wer auf welcher Seite steht.
2017 uraufgeführt, beschäftigt sich dieses brandaktuelle Stück von Daniel Kehlmann mit Terror, dem Ausmaß staatlicher Überwachung und der Frage nach der Vereinbarkeit von Freiheit und Sicherheit. Es handelt sich hierbei um ein Echtzeitstück, das mit nur zwei Schauspielern und einer Uhr auskommt.
Freuen Sie sich auf eine außergewöhnliche Darstellung dieses 90-minütigen Spektakels, bei dem die Zuschauer das Geschehen von allen vier Seiten mitverfolgen können.

Gewalt, wie die Lanze des Achilles, heilt die Wunden, die sie schlägt.
- Jean-Paul Sartres Vorwort zu "Die Verdammten dieser Erde” von Frantz Fanon
"Wir bekennen uns zu dieser Aktion, gesetzt zur Mitternacht des vierundzwanzigsten Dezember. Wir bekennen uns zu Notwendigkeit von drastischen Maßnahmen zur Destabilisierung des Status Quo. Wir bekennen uns zu jedem Mittel, um in Frage zu stellen, was angeblich ohne Alternative ist. Die Rhetorik vom Schutz Unschuldiger kommt einem System zugute, das dafür gesorgt hat, dass es ebenso wenig Unschuldige gibt wie wahrhaft Schuldige. Es gibt keine Kombattanten mehr, sondern nur Personen unter Sachzwang. Wer Mitleid fordert, der fordert, den Kampf aufzugeben. Wer den Kampf noch führen will, akzeptiert, dass man ihn unmenschlich nennt." - Kehlmann, Daniel, Heilig Abend




Bei dem berühmten Ansatz aus der Spieltheorie, dem Gefangenendilemma, wird mit dem Vertrauen der Menschen zueinander gespielt. Es tritt auf, wenn zwei Menschen beschuldigt werden, gemeinsam eine Straftat begangen zu haben, und in getrennten Zellen verhört werden. Beide müssen aussagen, ohne miteinander kommunizieren zu können. Sie wissen, dass sie, wenn sie beide schweigen, eine geringere Strafe erhalten. Wenn sie beide gestehen, kommt es zu einer hohen Strafe, aber nicht zur Höchststrafe. Eigentlich wäre es das Beste, nicht zu gestehen und die relativ kleine Strafe in Kauf zu nehmen. Das Problem liegt darin, dass die Gefangenen sich nicht sicher sein können, was die Partnerin oder der Partner tut. Es gibt nämlich noch die Möglichkeit, als Kronzeuge mit der kleinstmöglichen Bestrafung davonzukommen, wenn man die andere Person beschuldigt und diese in ihrem eigenen Verhör schweigt. Dann erhält die beschuldigte Person die Höchststrafe. Das ist eine höchst belastende und riskante Situation, in der der Mensch mit der ethisch schwierigen Frage konfrontiert wird, ob es sinnvoller ist, sich selbst zu schützen oder auf Basis des Vertrauens zur anderen Person das geringere Strafmaß für beide Beteiligten zu erreichen.



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